Weinjahr 2017

Die Reben sind 2017 sehr früh ausgetrieben und waren daher für den Frost Ende April ein gefundenes Fressen. Die jungen Triebe halten Minustemperaturen nicht stand. Die Nächte auf den 20. und 24. April waren mit bis zu -8° C verheerend. In beiden Tagen wurde rund ein Drittel unserer Rebfläche getroffen. Teilweise sind dabei alle Triebe erfroren und das Weinjahr war schon zu Ende bevor es überhaupt angefangen hatte. Einzelne Weinberge haben sich bis zur Blüte wieder erholt, die Mehrzahl der von Frost betroffenen Weinberge hat jedoch kaum Trauben getragen.

Die Trockenheit im Juli und August hat unsere Weinberge in Trockenstress versetzt. Die Reife ging zwar sehr zügig voran, aber viel Ertrag konnte nicht angesammelt werden. Schon zu diesem Zeitpunkt war klar, dass die Ernte durch Frost und Trockenheit sehr klein ausfallen wird. Für manchen Urlauber war der Sommer eher durchschnittlich und die Freibadsaison ist an einigen Orten ins Wasser gefallen. Der Rebe gefällt die Mischung aus Niederschlag und gemäßigten Temperaturen generell jedoch gut. Die Reife hat sich rasant entwickelt und hat dazu geführt, dass Ende August bereits viele Sorten erntereif waren. Die Entwicklung war ca. drei Wochen vor dem langjährigen Mittel. Vergleiche mit dem Jahrhundertsommer 2003 liegen da sehr nahe.

Dementsprechend haben wir am 21. August die ersten Trauben für Federweißen geerntet. Der Plan einer zweiwöchigen Pause bis zum Beginn der Hauptlese wurde von unseren Winzern und dem Kellermeister schnell über Bord geworfen. Frostgeschädigte Weinberge mit sehr geringen Erträgen und entsprechend hoher Reife wurden bereits in der letzten Augustwoche geerntet und dann ging es nahtlos weiter. So schnell wie nie wurde die Ernte bei meist gutem Wetter eingefahren. Wo wir normalerweise 30 Erntetage brauchen, haben wir die Lese 2017 in nur 20 Tagen geschafft. An der Stelle gilt den Kollegen im Kelterhaus und Keller ein besonderes Lob für ihren unermüdlichen Einsatz. Trotz toller Traubengesundheit war Eile geboten. Wir wollten die Oechslewerte im erträglichen Maß für ausgewogene, fruchtige Weine halten. Am 25. September – so früh wie noch nie – haben wir die Lese mit Cabernet Sauvignon und Merlot abgeschlossen, wobei letzterer 100° Oechsle erreichte.

Die Jungweine probieren sich sehr fruchtig und klar. Die Sortentypizität ist hervorragend und die Säurestruktur harmonisch. Qualitativ ist der 2017er ein herausragender Jahrgang. Einziger Wermutstropfen bleibt die Ertragsmenge. Im Vergleich zum Vorjahr fehlt uns im Durchschnitt rund ein Viertel der Menge.

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